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22. dezember

 

Heute Morgen bin ich nicht in Berlin sondern sitze mit Blick auf ein paar Felder und in einiger Entfernung eine Anhöhe, nicht weit von Stuttgart. Ganz anders ist es hier als "bei mir" in Berlin. Kein leises Dröhnen der Stadt im Hintergrund. Ein Vogel zwitschert. Und ich spüre eine leichte Sorge, dass die Inspiration für das heutige Türchen ausbleiben könnte. Als wäre die Verbindung zu allem was ist an einem Ort anders als an einem anderen.

Wie wundersam Gedanken doch sein können. Wie sie Realitäten schaffen können - die doch nur Gedanken sind. Und das bringt mich direkt zu meinem heutigen Türchen. Ein Spruch, den ich von einer Postkarte habe, auf der einen ein Esel freundlich anschaut.

 

Es öffnet sich das 22. Türchen des klaerwerk berlin Adventskalenders:

 

Glaube nicht alles, was Du denkst!

 

23. dezember

 

Nicht wir

Es sind nicht wir, die einen Zustand erreichen.

Es ist der Zustand, der uns erreicht.

 

Es sind nicht wir, die Stille erschaffen.

Es ist die Stille, die uns durchdringt.

 

Lasst es uns erlauben, dass die Freiheit uns wieder auffrischt,

sie in uns eindringt, in uns Platz nimmt für einige Momente,

uns verlässt, zu uns zurückkommt…

 

Dies ist das Schwierigste zu erreichen:

die Akzeptanz der Freiheit der Bewegung,

der Kreativität des Lebens -

zu verstehen, dass ein unveränderlicher Zustand,

so wundervoll er auch sein mag,

mit dem Leben nicht vereinbar ist.

Daniel Odier

 

...und gleichzeitig liegt darin auch die Quelle der Gelassenheit:

zu wissen, dass nichts bleibt, wie es ist.

 

24. dezember

 

Das Wunder

Einst geschah in einem Dorf ein Wunder:

Der Fluss trat über die Ufer, doch das Wasser, das alles zu zerstören drohte, was sich ihm in den Weg stellte, machte wundersamer Weise am Rande des Dorfes halt, ohne irgendeinen Schaden anzurichten.

Der Rabbi des Dorfes dankte Gott für das Wunder und dieser antwortete: „Es ist Samuels Bittgebeten zu verdanken, denn sie haben mich gerührt.“

Der große Rabbi ging zu Samuel, den alle für den Dorfnarren hielten und fragte ihn: „Welches Gebet hast du denn an Gott gerichtet, als der Fluss über die Ufer trat?“

„Ich wusste nicht, welche Worte ich wählen sollte“, sagte Samuel, „Ich hatte mein Gebetbuch nicht dabei und ich hätte auch nicht gewusst, welches ich auswählen sollte….. Also betete ich das ABC herunter und sagte zu Gott: Herr, hier sind alle Buchstaben. Sortiere sie doch bitte und forme aus ihnen das beste Gebet, um dieses Dorf zu schützen.“

aus: Gabriele Steinbach, www.geschichten-netzwerk.de